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Row Rumpelstilzchen (1812) [num paras:37] Rumpelstilzchen (1857) [num paras:79] JS
1 55. 55. 1.0
2 Rumpelstilzchen.
3 Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter.
4 Nun traf es sich, daß er mit dem König zu sprechen kam, und um sich ein Ansehen zu geben, sagte er zu ihm
5 „ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen.“
6 Der König sprach zum Müller
7 „das ist eine Kunst, die mir wohl gefällt, wenn deine Tochter so geschickt ist, wie du sagst, so bring sie Morgen in mein Schloß, da will ich sie auf die Probe stellen.
8 Als nun das Mädchen zu ihm gebracht ward, führte er es in eine Kammer, die ganz voll Stroh lag, gab ihr Rad und Haspel und sprach
9 „jetzt mache dich an die Arbeit, und wenn du diese Nacht durch bis morgen früh dieses Stroh nicht zu Gold versponnen hast, so mußt du sterben.
10 Darauf schloß er die Kammer selbst zu, und sie blieb allein darin.
11 Da saß nun die arme Müllerstochter und wußte um ihr Leben keinen Rath:
12 sie verstand gar nichts davon, wie man Stroh zu Gold spinnen konnte, und ihre Angst ward immer größer, daß sie endlich zu weinen anfieng.
13 Da gieng auf einmal die Thüre auf, und trat ein kleines Männchen herein und sprach
14 „guten Abend, Jungfer Müllerin, warum weint sie so sehr?“
15 „Ach,“
16 antwortete das Mädchen,
17 „ich soll Stroh zu Gold spinnen, und verstehe das nicht.“
18 Sprach das Männchen
19 „was gibst du mir, wenn ich dirs spinne?“
20 „Mein Halsband“
21 sagte das Mädchen.
22 Das Männchen nahm das Halsband, setzte sich vor das Rädchen, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war die Spule voll.
23 Dann steckte es eine andere auf, und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war auch die zweite voll:
24 und so giengs fort bis zum Morgen, da war alles Stroh versponnen, und alle Spulen waren voll Gold.
25 Bei Sonnenaufgang kam schon der König und als er das Gold erblickte, erstaunte er und freute sich, aber sein Herz ward nur noch goldgieriger.
26 Er ließ die Müllerstochter in eine andere Kammer voll Stroh bringen, die noch viel größer war, und befahl ihr das auch in einer Nacht zu spinnen, wenn ihr das Leben lieb wäre.
27 Das Mädchen wußte sich nicht zu helfen und weinte, da gieng abermals die Thüre auf, und das kleine Männchen erschien und sprach
28 „was gibst du mir, wenn ich dir das Stroh zu Gold spinne?“
29 „Meinen Ring von dem Finger“
30 antwortete das Mädchen.
31 Das Männchen nahm den Ring, fieng wieder an zu schnurren mit dem Rade und hatte bis zum Morgen alles Stroh zu glänzendem Gold gesponnen.
32 Der König freute sich über die Maßen bei dem Anblick, war aber noch immer nicht Goldes satt, sondern ließ die Müllerstochter in eine noch größere Kammer voll Stroh bringen und sprach
33 „die mußt du noch in dieser Nacht verspinnen:
34 gelingt dirs aber, so sollst du meine Gemahlin werden.“
35 „Wenns auch eine Müllerstochter ist,“
36 dachte er,
37 „eine reichere Frau finde ich in der ganzen Welt nicht.“
38 Als das Mädchen allein war, kam das Männlein zum drittenmal wieder und sprach
39 „was gibst du mir, wenn ich dir noch diesmal das Stroh spinne?“
40 „Ich habe nichts mehr, das ich geben könnte“
41 antwortete das Mädchen.
42 „So versprich mir, wenn du Königin wirst, dein erstes Kind.“
43 Rumpelstilzchen. „Wer weiß wie das noch geht“ 0.0
44 Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter. dachte die Müllerstochter und wußte sich auch in der Noth nicht anders zu helfen; 0.038461538461538464
45 Und es traf sich, daß er mit dem König zu sprechen kam und ihm sagte sie versprach also dem Männchen was es verlangte, und das Männchen spann dafür noch einmal das Stroh zu Gold. 0.14285714285714285
46 „ich habe eine Tochter, die weiß die Kunst, Stroh in Gold zu verwandeln.“ sie versprach also dem Männchen was es verlangte, und das Männchen spann dafür noch einmal das Stroh zu Gold. 0.11538461538461539
47 Da ließ der König die Müllerstochter alsogleich kommen, und befahl ihr, eine ganze Kammer voll Stroh in einer Nacht in Gold zu verwandeln, und könne sie es nicht, so müsse sie sterben. Und als am Morgen der König kam und alles fand wie er gewünscht hatte, so hielt er Hochzeit mit ihr, und die schöne Müllerstochter ward eine Königin. 0.17391304347826086
48 Sie wurde in die Kammer eingesperrt, saß da und weinte, denn sie wußte um ihr Leben keinen Rath, wie das Stroh zu Gold werden sollte. Über ein Jahr brachte sie ein schönes Kind zur Welt und dachte gar nicht mehr an das Männchen: 0.07692307692307693
49 Da trat auf einmal ein klein Männlein zu ihr, das sprach: da trat es plötzlich in ihre Kammer und sprach 0.1111111111111111
50 „was giebst du mir, daß ich alles zu Gold mache?“ „nun gib mir was du versprochen hast.“ 0.21428571428571427
51 Sie that ihr Halsband ab und gabs dem Männlein, und es that, wie es versprochen hatte. Die Königin erschrack und bot dem Männchen alle Reichthümer des Königreichs an, wenn es ihr das Kind lassen wollte: 0.14285714285714285
52 Am andern Morgen fand der König die ganze Kammer voll Gold; aber das Männchen sprach 0.0
53 aber sein Herz wurde dadurch nur noch begieriger, und er ließ die Müllerstochter in eine andere, noch größere Kammer voll Stroh thun, das sollte sie auch zu Gold machen. „nein, etwas lebendes ist mir lieber als alle Schätze der Welt.“ 0.0
54 Und das Männlein kam wieder, Da fieng die Königin so an zu jammern und zu weinen, daß das Männchen Mitleiden mit ihr hatte: 0.047619047619047616
55 sie gab ihm ihren Ring von der Hand, und alles wurde wieder zu Gold. „drei Tage will ich dir Zeit lassen,“ 0.0
56 Der König aber hieß sie die dritte Nacht wieder in eine dritte Kammer sperren, die war noch größer als die beiden ersten und ganz voll Stroh, sprach er 0.0
57 „und wenn dir das auch gelingt, sollst du meine Gemahlin werden.“ „wenn du bis dahin meinen Namen weißt, so sollst du dein Kind behalten.“ 0.15
58 Da kam das Männlein und sagte: Nun besann sich die Königin die ganze Nacht über auf alle Namen, die sie jemals gehört hatte, und schickte einen Boten über Land, der sollte sich erkundigen weit und breit was es sonst noch für Namen gäbe. 0.027777777777777776
59 „ich will es noch einmal thun, aber du mußt mir das erste Kind versprechen, das du mit dem König bekommst.“ Als am andern Tag das Männchen kam, fieng sie an mit Caspar, Melchior, Balzer, und sagte alle Namen, die sie wußte, nach der Reihe her, aber bei jedem sprach das Männlein 0.06818181818181818
60 Sie versprach es in der Noth, und wie nun der König auch dieses Stroh in Gold verwandelt sah, nahm er die schöne Müllerstochter zu seiner Gemahlin. „so heiß ich nicht.“ 0.0
61 Bald darauf kam die Königin ins Wochenbett, a trat das Männlein vor die Königin und forderte das versprochene Kind. Den zweiten Tag ließ sie in der Nachbarschaft herumfragen wie die Leute da genannt würden, und sagte dem Männlein die ungewöhnlichsten und seltsamsten Namen vor, 0.11428571428571428
62 Die Königin aber bat, was sie konnte und bot dem Männchen alle Reichthümer an, wenn es ihr ihr Kind lassen wollte, allein alles war vergebens. „heißt du vielleicht Rippenbiest oder Hammelswade oder Schnürbein?“ 0.0
63 Endlich sagte es: aber es antwortete immer 0.16666666666666666
64 „in drei Tagen komm ich wieder und hole das Kind, wenn du aber dann meinen Namen weißt, so sollst du das Kind behalten!“ „so heiß ich nicht.“ 0.09090909090909091
65 Da sann die Königin den ersten und zweiten Tag, was doch das Männchen für einen Namen hätte, konnte sich aber nicht besinnen, und ward ganz betrübt. Den dritten Tag kam der Bote wieder zurück und erzählte 0.06060606060606061
66 Am dritten Tag aber kam der König von der Jagd heim und erzählte ihr: „neue Namen habe ich keinen einzigen finden können, 0.0
67 ich bin vorgestern auf der Jagd gewesen, und als ich tief in den dunkelen Wald kam, war da ein kleines Haus und vor dem Haus war ein gar zu lächerliches Männchen, das sprang als auf einem Bein davor herum, und schrie: aber wie ich an einen hohen Berg um die Waldecke kam, wo Fuchs und Has sich gute Nacht sagen, so sah ich da ein kleines Haus, und vor dem Haus brannte ein Feuer, und um das Feuer sprang ein gar zu lächerliches Männchen, hüpfte auf einem Bein und schrie 0.35185185185185186
68 „heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hohl ich der Frau Königin ihr Kind, ach wie gut ist, daß niemand weiß, daß ich Rumpelstilzchen heiß!“ „heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind; ach, wie gut ist daß niemand weiß daß ich Rumpelstilzchen heiß!“ 0.8636363636363636
69 Wie die Königin das hörte, ward sie ganz froh und als das gefährliche Männlein kam, frug es: Da könnt ihr denken wie die Königin froh war, als sie den Namen hörte, und als bald hernach das Männlein herein trat und fragte 0.3103448275862069
70 Frau Königin, wie heiß ich? „nun, Frau Königin, wie heiß ich?“ 0.8333333333333334
71 – „heißest du Conrad?“ fragte sie erst 0.0
72 – Nein. „heißest du Kunz?“ 0.0
73 – „Heißest du Heinrich?“ „Nein.“ 0.0
74 – Nein. „Heißest du Heinz?“ 0.0
75 Heißt du etwa Rumpelstilzchen? „Nein.“ 0.0
76 Das hat dir der Teufel gesagt! „Heißt du etwa Rumpelstilzchen?“ 0.0
77 schrie das Männchen, „Das hat dir der Teufel gesagt, das hat dir der Teufel gesagt“ 0.1111111111111111
78 lief zornig fort und kam nimmermehr wieder. schrie das Männlein 0.0
79 und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, daß es bis an den Leib hineinfuhr, dann packte es in seiner Wuth den linken Fuß mit beiden Händen und riß sich selbst mitten entzwei.